Trotz einer erneuten Preiserhöhung von monatlich 58 auf 63 Euro beim Deutschlandticket für den bundesweiten öffentlichen Nahverkehr zum Jahresstart sind die meisten Kunden dem Abo treu geblieben. „Wir sehen auch in diesem Jahr eindeutig keine Kündigungswelle durch die Preiserhöhung beim Deutschlandticket“, erklärte Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Die Kündigungsquote habe zwischen Dezember und Januar bei rund 5,75 Prozent gelegen. Das sei zum Jahreswechsel ein üblicher Wert. Bei der Preiserhöhung im Jahr davor waren es demnach rund acht Prozent.
Rund 9,86 Milliarde Fahrgäste im ÖPNV
Rund 14,6 Millionen Menschen nutzen dem VDV zufolge derzeit das Abo, mit dem bundesweit Fahrten im ÖPNV möglich sind. Das sind knapp eine Million Abonnenten mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. VDV-Präsident Wortmann sieht dabei noch Potenzial. „Wenn wir Menschen wirklich vom Auto holen möchten, reden wir in Größenordnungen von über 20 Millionen Deutschlandtickets“, betonte er. Vor allem bei den Job-Tickets, bei denen Arbeitgeber das Abo fördern, gebe es noch deutlich Luft nach oben. Insgesamt waren im vergangenen Jahr dem VDV zufolge bundesweit rund 9,86 Milliarden Fahrgäste im ÖPNV unterwegs. Das ist demnach ein leichter Anstieg von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage liegt damit noch etwas unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.
VDV warnt vor Angebotskürzungen
Während die Fahrgasteinnahmen der Verkehrsunternehmen – auch als Folge der Einführung des Deutschlandtickets – zurückgegangen sind, sind die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Allein der Strompreis habe sich zwischen 2020 und 2025 nach vorläufigen Zahlen um mehr als 40 Prozent erhöht, teilte der VDV mit. Der Dieselpreis stieg mit fast 43 Prozent sogar noch stärker. Personalkosten legten um rund 19 Prozent im selben Zeitraum zu. Wortmann warnte vor reduzierten Angeboten in den Verbünden infolge des wirtschaftlichen Drucks. „Wir sind dabei, Effizienzprojekte durchzuführen in den Unternehmen, aber irgendwann müssen wir auch mit Angebotskürzungen reagieren“, sagte Wortmann. „Insbesondere dann, wenn wir kein ausreichendes Geld aus den öffentlichen Haushalten bekommen.“