Das Deutschlandticket kostet statt bisher 63 Euro ab dem 1. Januar 2027 an 66,80 Euro. Festgelegt hat den Preis der Koordinierungsrats in seiner Sitzung am Mittwoch, 30. September. In dem Rat sitzen die Abteilungsleiter der Verkehrsministerien der Länder und des Bundes. Das Jobticket, eine rabattierte Variante des Deutschlandtickets, kostet demnach künftig 63,46 Euro. Das Semesterticket steigt auf 40,08 Euro. Aktuell nutzen das Deutschlandticket laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rund 14,5 Millionen Menschen. Zu seiner Einführung im Jahr 2024 kostete es noch 48 Euro. Der Preis stieg 2025 auf 58 Euro und in diesem Jahr auf 63 Euro.
Preis erstmals nach einem Index festgelegt
Der Abo-Preis wurde erstmals nicht politisch ausgehandelt, sondern mit Hilfe einer bestimmten Formel berechnet. Der Preisindex bildet auf Basis statistischer Daten die Kostenentwicklung von Personal und Energie nach, die die Unternehmen schultern müssen. Außerdem wird berücksichtigt, dass die Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern in Höhe von drei Milliarden Euro jedes Jahr fix sind und nicht dynamisch steigen. Mit diesem Vorgehen soll verhindert werden, dass jedes Jahr ein politischer Streit über die Finanzierung des Deutschlandtickets ausbricht.
VDV begrüßt frühe Festlegung
Der Beschluss des Koordinierungsrats habe frühzeitig Klarheit geschaffen, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann laut Mitteilung. „Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verbünde können sich ab sofort auf den neuen Preis von 66,80 Euro ab dem 1. Januar 2027 einstellen.“ Es sei verständlich, dass die Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft sei. „Zugleich treffen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart.“
Kritik aus Nordrhein-Westfalen
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) kritisierte die Preissteigerung. „Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen“, Krischer der „Rheinischen Post“. Dass nun ein automatisierter Mechanismus über den Preis bestimme, sei schade für den Erfolg des Tickets. „Je mehr Menschen es nutzen, desto stabiler kann der Preis langfristig bleiben und desto stärker wird das Angebot“, betonte Krischer.