ÖPNV-Zukunft Bremen: Finanzierung bis 2040

08.01.2026 17:23 Uhr | Lesezeit: 2 min
BSAG Winter
Symbolbild, Busverkehr an einem Wintertag, BSAG-Design nachempfunden
© Foto: Open AI

Ein aktuelles Leistungskostengutachten des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen zeigt, welche finanziellen und strukturellen Weichenstellungen notwendig sind, um den öffentlichen Nahverkehr im Land Bremen langfristig zu sichern und auszubauen. Zwei Szenarien skizzieren den Weg bis 2040 und verdeutlichen den wachsenden Finanzierungsbedarf für Bremen und Bremerhaven.

Das Land Bremen steht vor grundlegenden Entscheidungen zur Zukunft seines öffentlichen Personennahverkehrs. Grundlage ist ein aktuelles Leistungskostengutachten des VDV, das die Kostenentwicklung im ÖPNV bundesweit sowie für alle 16 Bundesländer bis zum Jahr 2040 untersucht. Laut Gutachten werden dabei zwei Entwicklungspfade modelliert, die unterschiedliche politische Zielsetzungen abbilden.

Das Szenario „Modernisierung 2040“ konzentriert sich auf den Substanzerhalt und die Qualitätssicherung. Vorgesehen sind umfassende Investitionen in Infrastruktur, Fahrzeuge und Betriebshöfe, um den bestehenden Sanierungsstau vollständig abzubauen. Für Bremen bedeutet dies laut Gutachten eine Sicherung des heutigen Angebots mit punktuellen Ausweitungen. Das ÖPNV-Angebot würde um rund drei Prozent steigen, die Fahrgastnachfrage um neun Prozent. Der jährliche öffentliche Finanzierungsbedarf würde sich jedoch von derzeit etwa 250 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro im Jahr 2040 verdoppeln, was einem jährlichen Mittelaufwuchs von 4,4 Prozent entspricht.

Deutlich ambitionierter fällt das Szenario „Deutschlandangebot 2040“ aus. Es sieht eine flächendeckende Angebotsausweitung mit Taktverdichtungen insbesondere in Stadtrandlagen sowie eine bessere Verknüpfung von Bus, Tram und Schienenpersonennahverkehr vor. Für das Land Bremen prognostiziert das Gutachten ein Plus von 44 Prozent bei den Sitzplatzkilometern und einen Nachfragezuwachs von 24 Prozent. Die durchschnittliche Güteklasse des ÖPNV würde sich von derzeit Note 2,5 auf Note 1,5 verbessern. Der Finanzierungsbedarf stiege laut Gutachten auf rund 740 Millionen Euro jährlich bis 2040, was einem jährlichen Mittelaufwuchs von 7,1 Prozent entspricht.

Claudia Wiest, kaufmännischer Vorstand der Bremer Straßenbahn AG, betont laut einer Pressemitteilung die Bedeutung frühzeitiger Investitionen. Investitionen in Fahrzeuge, Angebot und digitale Infrastruktur seien notwendig, um den Nahverkehr als Teil der Daseinsvorsorge zukunftsfähig aufzustellen. Auch Rainer Counen, Geschäftsführer des Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen, verweist laut Mitteilung auf das Wachstum der Metropolregion und den steigenden Mobilitätsbedarf in Stadt und Umland. Das Deutschlandangebot sei kein theoretisches Modell, sondern ein realisierbarer Entwicklungsplan bis 2040.

Im bundesweiten Vergleich liegt Bremen laut Gutachten bereits heute mit der Angebotsnote 2,5 in der Spitzengruppe. Alexander Möller, Geschäftsführer ÖPNV beim VDV, warnt jedoch laut Gutachten, dass ohne zusätzliche und langfristig gesicherte Mittel kein weiterer Fortschritt möglich sei. Vielmehr wachse die Finanzierungslücke, was perspektivisch zu Angebotskürzungen führen könne.

Das vollständige Gutachten ist online abrufbar unter www.bewegt-uns-alle.de

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