Schleswig-Holstein: Verdi bestreikt den kommunalen Busverkehr

08.09.2026 14:59 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Betroffen vom Streik in Schleswig-Holstein sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel, Lübeck (Foto), Flensburg und Neumünster (Symbolbild)
© Foto: Stadtverkehr Lübeck

In Schlewswig-Holstein bestreikt Verdi die kommunalen Busbetriebe. Die Arbeitgeber werfen der Gewerkschaft vor, nicht wegen der Sache zu streiken, sondern um des Streikens willen.

Noch bis Donnerstagfrüh müssen Schüler, Pendler sowie andere Fahrgäste in Schleswig-Holsteins kreisfreien Städten und im Kreis Plön mit vielen Busausfällen rechnen. Dort, wo der Dienst schon offiziell begonnen habe, fahre nichts mehr, sagte Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring der „Deutschen Presse-Agentur“ nach Streikbeginn. Grund ist ein am frühen Morgen gestarteter, 48-stündiger Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft aufgerufen hat. Betroffen sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN). 

Verdi fordert eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent

Noch bis Donnerstagfrüh müssen Schüler, Pendler sowie andere Fahrgäste in Schleswig-Holsteins kreisfreien Städten und im Kreis Plön mit vielen Busausfällen rechnen. Dort, wo der Dienst schon offiziell begonnen habe, fahre nichts mehr, sagte Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring der „Deutschen Presse-Agentur“ nach Streikbeginn. Grund ist ein am frühen Morgen gestarteter, 48-stündiger Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft aufgerufen hat. Betroffen sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN). 

Verdi fordert eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent

Laut Gewerkschaft nehmen rund 1800 Beschäftigte am Warnstreik teil. Überdies streiken die rund 200 Beschäftigten der Verkehrsbetriebe im Kreis Plön im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr. Dort hat auch die zweite Verhandlungsrunde Anfang September kein Ergebnis geliefert. Für beide Tarifbereiche fordert die Gewerkschaft Verdi eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich.

Verdi spricht von einer Provokation

„Wir haben den Arbeitgebern nach der ersten Verhandlungsrunde die Chance gegeben, um zu reagieren“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Bähring. Damals gab es kein Angebot und auch zunächst keinen Streit. Jedoch sei das Angebot in der zweiten Verhandlungsrunde „so schlecht“ gewesen, dass es von der Gewerkschaft als „Provokation“ gesehen wurde. Fortgesetzt werden sollen die Tarifverhandlungen am 22. September. Allerdings haben beide Seiten bereits einen vierten Termin am 29. September vorgemerkt. Die Verhandlungen zur bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag gehen am 5. Oktober weiter.

Vorteilsregelung für Verdi-Mitglieder satzungsgemäß untersagt

Der Geschäftsführer des kommunalen Arbeitgeberverbands, Jan Jacobsen, sagte der dpa, auf dem Tisch liege ein Angebot in Höhe von 4,4 Prozent für 24 Monate. Die von der Gewerkschaft geforderte Vorteilsregelung für Mitglieder sei dem Arbeitgeberverband satzungsgemäß untersagt. „Unser Vorstand würde natürlich einen solchen Tarifvertrag, der irgendwie im weitesten Sinne satzungswidrig wäre, gar nicht genehmigen.“ Das wisse Verdi natürlich. Als festgefahren könne man die Gespräche aber nicht bezeichnen.

Arbeitgeber bieten mehr als den Reallohnausgleich

Die Gewerkschaft argumentiere in der laufenden Tarifrunde mit dem Verbraucherpreisindex, sagte Jacobsen. Der werde mit dem Angebot der Arbeitgeber jedoch mehr als ausgeglichen. „Der lag bei vier Prozent. Wir haben 4,4 geboten, das heißt, wir gleichen es aus und haben sogar noch einen Reallohngewinn.“ Zudem hätten Tarifverhandlungen im Frühjahr zum Manteltarif den Beschäftigten finanzielle Verbesserungen gebracht wie höhere Zuschläge. Bereits im Frühjahr hatte Verdi daher mehrfach gestreikt.

Verdi schließt weitere Streiks nicht aus

„Es geht hier gerade nur um den eigenen Proporz von Verdi, weil sie eben streiken müssen, und dafür habe ich kein Verständnis. Ich habe kein Verständnis dafür, dass jetzt die alleinerziehende Mutter an der Bushaltestelle steht und nicht wegkommt, obwohl deren Tag durchgetaktet ist, nur wegen des Proporzes, nicht mehr in der Sache“, sagte Jacobsen. Beide Angebote liegen noch ein gutes Stück auseinander, erklärte Verhandlungsführer Bähring. Weitere Streiks schließt der Verhandlungsführer nicht aus. Erst mal solle allerdings eine Lösung am Verhandlungstisch gefunden werden.

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