Im Rems-Murr-Kreis sind seit Ende Mai 2026 Wasserstoffbusse im Probebetrieb. Landkreis und der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) haben jüngst Bilanz gezogen: „Die Busse fahren mittlerweile unter der Woche nahezu jeden Tag und auch komplette Umläufe störungsfrei“, sagte Daniel Wiedmann, Leiter des ÖPNV-Amts im Landratsamt. „Das sind gute Vorzeichen für den vollständigen Übergang in den Regelbetrieb, der ab Oktober geplant ist.“
Probebetrieb von Wasserstoffbussen
Der Landkreis hat sich für einen umfassenden Probebetrieb von Bussen und Tankstelle entschlossen, um die neue Technik ausgiebig zu testen. Insgesamt sind drei Wasserstofflinienbündel in den Verkehrsräumen Fellbach/Kernen, Waiblingen und Weinstadt/Korb geplant. Damit wird ab Januar 2027 in Weinstadt/Korb sowie ab August 2027 in Fellbach/Kernen der gesamte und in Waiblingen ein großer Teil des regulären Linienverkehrs vollständig emissionsfrei erbracht. Weitere sieben Wasserstoffgelenkbusse werden gegen Ende des Jahres erwartet. Der Einsatz dieser Busse ist ab Januar 2027 vorgesehen.
Ausschreibung von Buslinien
Der Landkreis und die Stadt Waiblingen investieren gemeinsam 11,7 Millionen Euro in das Projekt – jeweils hälftig. Die HyWaiblingen hat für das Projekt insgesamt fünf Millionen Euro an Bundesfördermitteln erhalten. Durch das Wasserstoffprojekt des Landkreises und die damit zusammenhängenden Vergaben der Buslinien 1 (Fellbach/Kernen), 2 (Weinstadt) und 3 (Waiblingen) mit Wasserstoffbussen werden die Vorgaben der Clean Vehicle Directive (CVD) „übererfüllt“, so der VVS. Dies ermögliche es dem Landkreis, andere Linienbündel ohne emissionsfreie Fahrzeuge auszuschreiben, was Kosten spare.
Antrieb hängt von Bedingungen vor Ort ab
„Die Clean Vehicle Directive gibt ein klares Ziel vor: Der Busverkehr muss Schritt für Schritt emissionsfrei werden. Welcher Antrieb dafür am besten geeignet ist, hängt stark von den Bedingungen vor Ort ab. Neben batterieelektrischen Bussen können wasserstoffbetriebene Busse bei anspruchsvollen Einsatzbedingungen eine wichtige Rolle spielen“, betonte VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian. Der Landkreis betont, man habe die Entwicklung von Antrieben mit Batterie und Brennstoffzelle im Blick. Es zeige sich, dass Busse mit Brennstoffzellenantrieb „zunehmend konkurrenzfähiger“ würden.
Brennstoffzelle als Ergänzung zur Batterie
Gleichzeitig schreite der Ausbau des Stromnetzes gerade im ländlichen Raum sowie die Elektrifizierung von Busbetriebshöfen „nicht in der nötigen Geschwindigkeit voran, damit Elektrobusse mit Batterie konsequent überall eingesetzt werden können“, heißt es aus dem Landkreis. Auch würden Erfahrungen im Schwäbischen Wald zeigen, dass „die Reichweite von diesen Bussen bei anspruchsvollen Linienwegen und kalten Temperaturen betrieblich noch nicht optimal“ sei. Wasserstoff bleibe daher „eine wichtige Technologie, um die emissionsfreie Mobilität weiter auszubauen“.