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Streiks im ÖPNV: Omikron und Hacker belasten zusätzlich

Noch warten Fahrgäste nicht überall umsonst. Die Warnstreiks dieser Tage werden nur punktuell organisiert.
© Foto: iStock/dusanpetkovic

Bisweilen kommt zusammen, was (nicht) zusammengehört ... Corona, Hacker und Streiks sorgen für teilweise angespannte Situationen im Linienbusverkehr in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.


Datum:
13.07.2022
Autor:
Judith Böhnke
Lesezeit: 
3 min
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In Halle, Dessau, Magdeburg und dem Burgenland blieben am heutigen Mittwoch morgen Busse und Bahnen im Depot. „Es fährt nichts, wir streiken“, sagte eine Sprecherin der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG). Die Beschäftigten des ÖPNV in Sachsen-Anhalt legten um 3 Uhr morgens ihre Arbeit nieder, andauern soll der ganztägige Warnstreik bis 1 Uhr nachts.

Der Streik trifft am letzten Schultag vor den Sommerferien in Sachsen-Anhalt große Teile des Dessauer Busliniennetzes und des Straßenbahnbetriebs. Auch in Magdeburg stand im Berufsverkehr alles still. „Nur die Regionalbahnunternehmen und die S-Bahn fahren“, meldete ein Sprecher der Verkehrsbetriebe.

Nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde über den Entgelttarifvertrag hatte die Gewerkschaft Verdi am Montag erneut zum Warnstreik aufgerufen. Schon am Freitag hatten Beschäftigte im sachsen-anhaltinischen ÖPNV ihre Arbeit niedergelegt. Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt: „Die Beteiligung heute übertrifft nochmal jene vom vergangenen Freitag.“

Verdi fordert für die ÖPNV-Mitarbeiter eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro sowie eine Anhebung des Lohns von Auszubildenden um 150 Euro im Monat. Die Arbeitgeberseite bot unter anderem eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro und eine „Modernisierung der Entgeltordnung an.

Größere Probleme im Berufsverkehr blieben am Mittwoch aus. „Die meisten Menschen haben sich darauf eingestellt“, so ein Sprecher der Verkehrsbetriebe in der Landeshauptstadt. „Gefühlt sind heute ein paar mehr Radfahrer unterwegs.“

Streik & mehr in Rheinland-Pfalz

Unterdessen „zwickt“ es in Rheinland-Pfalz doch schon ganz schön: hier wird im privaten ÖPNV-Sektor gestreikt. Busfahrer, die die Arbeit nicht niederlegen, melden sich krank. Ein erhöhter Krankenstand führt schon seit einigen Wochen zu Ausfällen im Angebot. Der bis Freitag angekündigte Streik im privaten Busgewerbe des Landes kommt nun noch dazu. 

„Die Situation ist angespannt, wir haben die dritte Omikron-Welle“, so der Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), Jochen Erlhoff, bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausfälle seien von Tag zu Tag unterschiedlich und erreichten zuletzt in der Spitze 20 bis 25 von 300 Fahrten. Bei der Mainzer Mobilität betreut die bestreikte DB Regio Mitte als Subunternehmer rund ein Fünftel der Buslinien. Zusätzlich erschwert wird die Lage in Mainz von den noch andauernden Auswirkungen eines Hackerangriffs auf einen IT-Dienstleister vor genau einem Monat. „Dadurch sind wir in unseren Reaktions- und Planungsmöglichkeiten eingeschränkt“, meint Erlhoff.

Auch in der Region Trier sind bereits vor dem laufenden Streik der Busfahrer kurzfristig Personal und Fahrten aufgrund von erhöhtem Krankenstand ausgefallen. Dabei handele es sich jedoch um Einzelfälle, die von den Verkehrsunternehmen frühestmöglich auf der Webseite desVerkehrsverbundes Region Trier (VRT) angezeigt würden. Wie aktuell der Krankenstand beim Personal aufgrund von Corona-Infektionen sei, könne man nicht sagen: Die Meldung zu Corona-Erkrankungen sei freiwillig. Aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen in der Region geht die VRT aber davon aus, „dass auch unsere Mitarbeiter und die unserer Vertragspartner in der nächsten Zeit betroffen sein könnten.“ Entwarnung würde also durchaus anders klingen.

In Rheinland-Pfalz sind vom aktuellen Streik im privaten Omnibusgewerbe Busfahrten der Moselbahn (an der Mosel und im Busnetz Römische Weinstraße) betroffen sowie der DB Regio Bus Rhein-Mosel GmbH und der DB Regio Bus Mitte GmbH in der Vulkaneifel (Busnetze Östliche Vulkaneifel undEifelmaare).  Nicht überall sorgen allerdings hohe Zahlen an Krankheitsfällen für Probleme. Der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM), der unter anderem für Koblenz zuständig ist, vermeldet zwar Ausfälle wegen der Streiks, nicht jedoch wegen Krankheitsfällen. „Da ist uns nichts bekannt, was über das normale Maß hinausgehen würde“, teilte ein Sprecher des VRM am Dienstag mit. Gleiches bestätigte auch die Koblenzer Verkehrsbetriebe GmbH. „Der Krankenstand ist zwar leicht erhöht, aber bis jetzt müssen wir unsere Leistungen nicht einschränken“, erklärte eine Sprecherin. Die Koblenzer Verkehrsbetriebe GmbH wurde am Dienstag bestreikt. Laut der Sprecherin am Morgen zunächst mit geringer Beteiligung von einigen Beschäftigten. Ausgefallen seien letztlich nur einzelne Fahrten.

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