Mit dem neuen Förderaufruf zur „Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ habe das Bundesverkehrsministerium (BMV) ein „wichtiges Signal für die Transformation“ der Busbranche gesetzt, erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo). Als positiv bewertete der Branchenverband in einer Mitteilung insbesondere, dass „auch Reise- und Fernbusse sowie KMU ausdrücklich berücksichtigt werden“. Gleichzeitig zeige die konstant hohe Nachfrage der vergangenen Jahre aber auch, dass alle bisherigen Förderaufrufe deutlich überzeichnet waren. „Die verfügbaren Mittel reichen weiterhin nicht aus, um die Flottenumstellung flächendeckend zu beschleunigen“, so der bdo. Zudem würden die Förderquoten sinken und das Programm bleibe bis Ende 2029 befristet.
Vorherige Förderaufrufe alle deutlich überzeichnet
Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat die Fortsetzung der Förderung von Bussen mit alternativen Antrieben grundsätzlich begrüßt. In der ersten Umsetzungsphase stehen im Bundeshaushalt 2026 rund 400 Millionen Euro für Neubewilligungen zur Verfügung. Dies soll die Förderung von mindestens 1500 Bussen mit alternativen Antrieben ermöglichen. Möglich werde „diese Anzahl allerdings nur, weil die Förderquote im Vergleich zu den vorherigen Förderaufrufen sinkt“, so der VDV. Der VDV weist ebenfalls darauf hin, dass alle vorherigen Förderaufrufe deutlich überzeichnet waren. „Die über Jahre konstant hohe Nachfrage zeigt: Die Branche will und muss transformieren und setzt damit nicht nur die europäischen Klimaschutzziele um, sondern leistet auch wichtige Wachstumsimpulse für die europäische Industrie. Die bisher verfügbaren Bundesmittel waren allerdings nicht ausreichend, um die Flottenumstellung deutlich schneller und flächendeckend voranzubringen“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann.
VDV sieht zwei Wermutstropfen
Auch bei der jetzigen Förderung gebe es zwei Wermutstropfen, so Wortmann: „Die Förderquote sinkt und das Programm ist bis Ende 2029 befristet. Bis dahin werden wir die vorgegebenen Umstellungsziele aus der europäischen Clean Vehicle Directive nicht erreichen.“ Gleichwohl begrüße man es, dass die E-Bus-Förderung nun durch den Bund fortgesetzt wird. „Dieses Programm trägt wesentlich dazu bei, dass in Deutschland inzwischen rund 14 Prozent der ÖPNV-Linienbusse mit alternativen Antrieben im Einsatz sind. Damit ist die Branche im bundesweiten Vergleich führend beim Elektrifizierungsgrad aller Straßenfahrzeuge“, so Wortmann.
Warum das relevant ist
Der neue Förderaufruf betrifft längst nicht mehr nur kommunale Verkehrsunternehmen. Auch Reise-, Fern- und mittelständische Busunternehmen rücken zunehmend in den Fokus der Programme. Gleichzeitig zeigt die erneut hohe Nachfrage, dass alternative Antriebe in vielen Bereichen wirtschaftlich weiterhin stark von Fördermitteln abhängen.