Verbände warnen vor vollständiger Stilllegung

Linienbusse sollen nicht im Depot bleiben. Die Verbände sprechen sich für eine Aufrechterhaltung des ÖPNV im Corona-Lockdown aus.
© Foto: Robert B. Fishman/picture alliance

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sowie auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) sprechen sich gegen eine vollständige Stilllegung von Bussen und Bahnen im Zuge der Pandemiebekämpfung aus.


Datum:
19.01.2021
Autor:
Mireille Pruvost
Lesezeit: 
3 min

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"Es gibt zahlreiche Menschen in systemrelevanten Berufen, die auch im Lockdown täglich zur Arbeit müssen und für die Homeoffice keine Option ist. Zudem organisieren die Verkehrsunternehmen bereits in einigen Städten zusätzliche Busverkehre zu den Impfzentren", sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann. Ein funktionierender Nahverkehr mit größtmöglichem Angebot sei nötig, um den Fahrgästen genug Platz und Abstand zu garantieren. Zudem wäre eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht, wie sie in Bayern im Nahverkehr und im Einzelhandel bereits seit Montag gilt, mit "großen organisatorischen Herausforderungen" verbunden, hieß es.

Nach Berechnungen des Verbands wären monatlich über 100 Millionen solcher Masken nötig. Diese stünden dann etwa in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen nicht mehr zur Verfügung. Außerdem hätten diverse wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass im ÖPNV kein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Um die Ausbreitung der Aerosole in den Fahrzeugen zu verringern, empfiehlt der VDV zudem, dass Fahrgäste möglichst schweigsam bleiben. "Die Vermeidung von Gesprächen miteinander und per Telefon wäre eine weitere Möglichkeit, um die Aerosolausbreitung zu verringern", so Wortmann. Oberstes Ziel aller Bestrebungen müsse sein, die Fahrtanlässe für die Menschen zu minimieren. "Deshalb sind die Ausweitung von Homeoffice und die Verhinderung von Freizeitfahrten aus unserer Sicht die wirkungsvollsten Maßnahmen, um Mobilität insgesamt weiter einzuschränken", so Wortmann. Die Branche stehe geschlossen hinter allen Maßnahmen im Kampf gegen Corona.

Auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) betont vor dem neuerlich anstehenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern die Bedeutung einer guten ÖPNV-Grundversorgung. Beschäftigte in systemrelevanten Berufsgruppen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, müssten auch weiter zur Arbeit gelangen können, so der Verband. Die Busunternehmen sorgten trotz massiver Fahrgastrückgänge weiter für verlässliche Angebote. Daher sei ein langfristiger Ausgleich für die dramatischen Einnahmeausfälle aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens dringend notwendig. "Gerade im Sinne des Gesundheitsschutzes sollte aktuell eher über eine Ausweitung des ÖPNV-Angebots nachgedacht werden, statt über Einschränkungen oder sogar ein Komplettverbot2, sagte bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard dazu am Montag in Berlin

 

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