Vor dem Totalausfall: marode Busse

08.10.2008 18:49 Uhr
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Das Magazin Focus hat sich an die Fersen der Polizei gehängt und „fahrende Zeitbomben“ ins Heft gehoben.

Das Schema ist bekannt und oft erprobt: Journalist begleitet eine Verkehrskontrolle der Polizei – vorzugsweise bei Lkw und Omnibussen – und berichtet betroffen über „fahrende Zeitbomben“, „Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten“, „Schrottlauben“, „Klapperkisten“ und „komplett durchgerostete Fahrzeugrahmen“. So auch im Magazin Focus, Ausgabe 41/2008. Diesmal geht es vor allem um internationalen Fernverkehr nach Osteuropa. Doch die Zahlen der Verkehrsüberprüfung lesen sich generell nicht gut: „40 kontrollierte Busse, zwei davon für die Weiterfahrt gesperrt, fünf, die nur unter Auflagen weiterrollen durften, 18 Anzeigen wegen Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz, vier, weil Lenk- und Ruheziegen nicht eingehalten wurden, sechs wegen zu hoher Geschwindigkeit.“ 20.000 Euro Sicherheitsleistungen wurden fällig. Focus hat auch recherchiert und teilt mit, der Bus gehöre zu den sichersten Reisemöglichkeiten. Doch das ändere nichts daran, dass zahlreiche Schrottlauben mit ungeschulten oder übermüdeten Fahrern unterwegs seien. Immer kräftig dabei, auch die Polizei. Sie ist es, die in diesem Artikel die Busse als „fahrende Zeitbomben“ betitelt. Der Grund, warum nicht mehr passiere, seien übrigens die „guten Straßen“ in Deutschland, weiß ein Polizeioberkommissar. Auch die Fahrer stehen im Fokus des Artikels: Hartz IV-Empfänger mit zwei eigenen lukrativen Firmen, einer mit 18 Anzeigen, Fahrgäste – über 90 Prozent „ehemalige Gastarbeiter“ – die sich für einen Hunderter auch mal selber hinter das Bussteuer setzen. Dann – unvermutet - der Schwenk zum Schulbus, der bdo versucht zu retten und weist auf die Kommunen hin „die an der falschen Stelle sparen“. Doch Focus kann kontern, denn man kennt einen „dreisten Unternehmer aus Nordvorpommern!“, der einen „Mängelbus mehrmals auf Kindergarten- und Schulfahrten“ schickte. Am Schluss wird übrigens alles gut: Der Schrottbus fährt nicht nach Kroatien, sondern in die Presse, der ehemalige Gastarbeiter wartet Schokolade essend auf einen Ersatzbus - und es bleibt zu vermuten, der Focus-Leser steigt zur nächsten Urlaubsreise doch lieber wieder in den eigenen Pkw, um endlich mal sicher ans Urlaubsziel zu kommen.

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