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Mercedes-Benz: Bunter Blickfang aus Buenos Aires

Der Omnibus Mercedes-Benz LO 1112 aus dem Jahr 1969 war einst in Buenos Aires im Einsatz
© Foto: Daimler

Der Mercedes-Benz LO 1112 im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart ist nicht nur ein echter Blickfang, der Omnibus erzählt auch ein interessantes Stück Geschichte des argentinischen Personenverkehrs.


Datum:
02.02.2022
Autor:
Thomas Burgert
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Der farbenfrohe Omnibus kommt aus Argentinien und ist im sogenannten „Fileteado porteño“-Stil gestaltet. In diesem Stil waren in Argentinien zuerst Pferdekutschen bemalt worden, ehe man dann auch Busse in Buenos Aires mit Schnörkeln, Girlanden, Blumen und Symbolen in bunten Farben verzierte. Busse in diesem Stil gehörten jahrzehntelang zum Straßenbild der argentinischen Hauptstadt, sogar die UNESCO schätzte Fileteado porteño als so bedeutsam ein, dass sie den Stil im Dezember 2015 zum immateriellen Kulturerbe erklärte.

Der LO 1112 ist einer der sogenannten Kurzhauber, die Mercedes-Benz ab den 1950er-Jahren als Lastwagen und für den Export als Busse gebaut hat. Insgesamt 5338 LO 1112 wurden zwischen 1965 und 1973 produziert. Das „L“ in der Modellbezeichnung LO 1112 steht für „Lastwagen“ und das „O“ für Omnibus. Elf Tonnen Gesamtgewicht hat der Bus im Mercedes-Benz-Museum. Die „12“ steht für die Motorleistung in der alten Einheit: 88 kW (120 PS) treiben das Fahrzeug an.

Fahrer bedienen gemeinsam eine Buslinie

Den LO 1112 aus dem Stuttgarter Museum hatte 1969 Hector Prieto erworben, er bediente damit zusammen mit Kollegen die Linie 6. Denn da es in Buenos Aires keine städtischen Verkehrsbetriebe gab, schlossen sich damals Fahrer mit jeweils einem Bus zusammen und richteten gemeinsam einen Regelbetrieb auf einer Linie ein: die „Colectivos“. Die farbenfrohe Gestaltung der Busse diente zugleich der Werbung: Denn auf den lukrativen Linienrouten durch die argentinische Hauptstadt fuhr nicht nur eine Unternehmergemeinschaft, sondern mehrere Gruppen konkurrierten miteinander. Jede Fahrerin und jeder Fahrer arbeitete mit Auffälligkeit und Sympathiewerten, um möglichst viele Passagiere anzuziehen.

Charakteristisch für den Bus sind die zahlreichen aufgemalten Glückssymbole an der Außenhaut und im Inneren, Spielkarten und Würfel etwa oder Zauberutensilien. So wurde der Bus zum Glücksbringer für Fahrer und Fahrgäste gleichermaßen.

Die Standardisierung des ÖPNV bedeutete das Aus für den Fileteado porteño-Stil

Das Aus für die klassischen „Colectivos“ kam dann aber 1975. Die Stadtverwaltung verbot Busse im Fileteado porteño-Stil, um den öffentlichen Personenverkehr zu standardisieren. Nach und nach ließ die Zahl der bunten Busse in Buenos Aires nach. Auch Prieto musterte 1984 seinen Bus nach 15 Dienstjahren aus. 2006 hob die Stadtverwaltung das Verbot des „Fileteado porteño“ zwar auf, doch da hatte der Bus längst eine neue Bestimmung gefunden. Hector Prietos Bus fand seinen Weg nach Deutschland und hier ins Mercedes-Benz-Museum, seit Oktober 2000 zur Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic. Der LO 1112 ist seit der Eröffnung des Mercedes-Benz-Museums im Mai 2006 dort ausgestellt. Ehrengast damals: Hector Prieto.

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