Studiosus streitet weiter mit documenta

02.08.2007 08:21 Uhr

Studienreiseveranstalter setzt sich für freie Berufsausübung der Reiseleiter ein

Die aktuelle Äußerung des Künstlerischen Leiters der documenta, Roger M. Buergel, dass es niemandem verwehrt sei, "seine Freunde, seine Familie oder auch seine Reisegruppe durch unsere Ausstellung zu führen", entspricht leider nicht den Tatsachen. "Sie ist schlichtweg falsch und nicht nachvollziehbar", so Dieter Lohneis von der Geschäftsführung des Studienreisen-Veranstalters Studiosus, der seit Monaten mit der documenta um die freie Ausübung des Reiseleiterberufs streitet. Lohneis hatte schon im Januar von der documenta-Leitung wissen wollen, wie der Passus in den documenta-Papieren "moderierte Gespräche und Führungen durch kommerzielle Anbieter werden nicht genehmigt" im Licht der EU-Regelung zur Dienstleistungsfreiheit für Reiseleiter zu verstehen sei. Damals wurde Lohneis von der "Leitung Vermittlung" der documenta darauf hingewiesen, dass kommerzielle Unternehmen ausnahmslos verpflichtet seien, einen Kunstvermittler zu engagieren. Inzwischen ist auch ein Kompromiss vor der Einigungsstelle für Wettbewerbsstreitigkeiten bei der IHK in Kassel gescheitert, denn die documenta zeigte sich nur bereit, Studiosus eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen; andere Veranstalter wären weiterhin außen vor geblieben. Der Kompromiss sah vor, dass erst ein documenta-Kunstvermittler die Studiosus-Gruppen zwei Stunden lang zum Preis von 250 Euro durch die Ausstellung führt und danach der Studiosus-Reiseleiter seine Sprechzeit bekommen sollte. Das jedoch hielt der Studienreisen-Spezialist für keine Lösung. Im Streit um die freie Berufsausübung der Reiseleiter erhält Studiosus Unterstützung durch den Deutschen Reiseverband (DRV), der darin einen "Musterfall für die ganze Branche und alle Ausstellungen" sieht. Bei Studiosus ist man ein wenig erstaunt darüber, dass Buergel diese Äußerung erst jetzt und nicht während der Schlichtungsverhandlung gemacht hat.

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