Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat ein Positionspapier zur Stärkung des Kreuzfahrtstandorts Deutschland veröffentlicht und an den Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, Christoph Ploß, übergeben. In diesem Papier hebt der DRV die wirtschaftliche Relevanz der Hochsee- und Flusskreuzfahrt für den Tourismusstandort Deutschland hervor. „Deutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen als Kreuzfahrtstandort“, sagte Benjamin Krumpen, Geschäftsführer Phoenix Reisen und Vorsitzender des Ausschusses Kreuzfahrt im DRV. „Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen Infrastruktur, politische Rahmenbedingungen und administrative Prozesse jedoch mit der Marktentwicklung Schritt halten. Schnelles politisches Handeln ist hier unabdingbar.“
Wirtschaftliche Bedeutung von Kreuzfahrten
Laut Angaben des Verbandes gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für Hochsee- und Flusskreuzfahrten insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro aus – ein Plus von acht Prozent. Das extreme Niedrigwasser im Sommer 2026 habe eindrücklich gezeigt, wie verwundbar die Flusskreuzfahrt gegenüber extremen Pegelständen und infrastrukturellen Engpässen ist, so der DRV. Auf Rhein, Mosel und Donau kam es zu erheblichen Einschränkungen. Reisen mussten umgeroutet, Ein- und Ausschiffungsorte verlegt, Schiffe gewechselt oder Teilstrecken durch zusätzliche Bustransfers ersetzt werden. Auch die Nutzbarkeit von Liegestellen und die sichere Ein- und Ausschiffung der Gäste sind bei extremen Pegelständen zunehmend beeinträchtigt.
Niedrigwasser beeinträchtigt Flusskreuzfahrten
Vor diesem Hintergrund müssten die von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) angekündigten weiteren Dialoge und Maßnahmen auch die besonderen Belange der Flusskreuzfahrt einbeziehen, fordert der DRV. Über die akute Krisenbewältigung hinaus müssten die Bundeswasserstraßen dauerhaft widerstandsfähiger gegen Niedrigwasser werden. Notwendig sind insbesondere die beschleunigte Umsetzung der Niedrigwassermaßnahmen am Mittelrhein, verlässliche Wasserstandsprognosen und europaweite Informationsangebote sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung für Erhalt, Modernisierung und Ausbau der Wasserstraßen.
Positionspapier benennt Handlungsfelder
Mit Blick auf die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung begrüße man ausdrücklich die gesetzten Ziele zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zum Ausbau der Infrastruktur sowie zum Abbau bürokratischer Hürden, so der DRV. Das Positionspapier formuliert konkrete Handlungsfelder, darunter die Verbesserung der Verkehrsanbindung von Häfen, verstärkte Investitionen in Infrastruktur besonders für die Flusskreuzfahrt, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Technologien und klimafreundlicher Kraftstoffe.