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Veranstaltungen: Ausstellung über zarten Eisenschmuck

Eines der Stücke der Ausstellung: Uhrenkette, Anstecknadel und Plakette im Originaletui
© Foto: Sammlung Klaus-Peter und Judith Thomé/ Winfried Reinhardt

Dem so genannten Eisenschmuck widmet sich eine Ausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim, die Eröffnung ist für Mitte Juli geplant.


Datum:
03.05.2021
Autor:
Thomas Burgert
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Im Schmuckmuseum Pforzheim im Reuchlinhaus soll vom 16. Juli 2021 bis 6. Februar 2022 in der Ausstellung „Zart wie Eisen“ Stücke des so genannten „Eisenschmucks“ aus einer Privatsammlung gezeigt werden. In der Zeit vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war mit dem Eisenschmuck eine besondere Art von Preziosen beliebt: kunstvoll und filigran wie Spitze, jedoch aus Eisen gegossene Colliers, Armbänder, Ohrgehänge und Broschen oder auch Ringe.

Die rund 200 Exponate der Ausstellung stammen aus der Sammlung Klaus-Peter und Judith Thomé, die in den vergangenen 25 Jahren entstanden ist und als Schenkung in den Bestand des Schmuckmuseums Pforzheim eingeht. Nachdem die in den USA geborene Sammlerin schon seit den späten 1970er Jahren immer wieder alten Schmuck erworben hatte, ersteigerte sie 1995 erstmals einen Halsschmuck aus Berliner Eisen mit Medaillons. Davon war sie so fasziniert, dass sie weiter Eisenschmuck sammelte und inzwischen rund 160 Stücke zusammengetragen hat.

Schmuck als politische Aussage

Beim Eisenschmuck finden sich dem Geschmack der Zeit, Elemente aus der gotischen Architektur oder florale Ornamente aus der Antike. Neben Berlin war Gleiwitz eine der wichtigen Gießereien. Anfangs handelte es sich bei Eisenschmuck in erster Linie um Trauerschmuck, und preußische Frauen trugen nach dem Tod ihrer Königin oft Luisenanhänger oder -broschen. Während der Befreiungskriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Tragen von Eisenschmuck immer mehr zu einer politischen Aussage oder patriotischen Mode, und er wurde „für die Rettung des Vaterlands“ angelegt. Dies hatte seinen Ursprung in einem Appell der Prinzessin Marianne von Preußen im Jahr 1813, Goldschmuck gegen solchen aus Eisen einzutauschen.

Die Stücke gehören zum Feinsten, was je aus Eisen gefertigt wurde. Die königlichen Gießereien verwendeten dabei sehr phosphatreiches Eisen, damit es möglichst dünnflüssig wurde. Die Entwürfe für solch zartes Eisengeschmeide stammten unter anderem vom damaligen Hofbaumeister Karl Friedrich Schinkel.

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