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Deutsche Tourismusanalyse 2024: Die Reiselust ist ungebrochen

Eine Frau vor dem Bergpanorama am Wörthersee in Kärnten
Österreich (im Bild der Wörthersee) war als Reisezielen bei den Deutschen beliebter als 2022. Doch auch Länder weiter im Norden haben in der Gunst der Deutschen hinzugewonnen, andere Länder haben verloren
© Foto: Christopher Moswitzer/Getty Images plus/iStockphoto

Die Reiselust der Deutschen ist seit spätestens letztem Jahr zurück. So viele wie vor der Corona-Pandemie haben wieder eine Reise von wenigstens fünf Tagen Dauer unternommen. Welche Länder in der Gunst der Reisenden gesunken sind und welche Ziele boomen, auch das hat die Deutsche Tourismusanalyse von der Stiftung für Zukunftsfragen ermittelt.


Datum:
08.02.2024
Autor:
Mireille Pruvost
Lesezeit:
3 min
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Der Anteil der Deutschen, die eine mindestens fünfttägige Reise unternommen haben, wuchs im Vergleich zum Vorjahr deutlich um drei Prozentpunkte an. Zu diesem Ergebnis kommt die 40. Deutsche Tourismusanalyse von der Stiftung für Zukunftsfragen.

Ob in den Urlaub gefahren wird, hängt erwartbar von der finanziellen, aber auch von der Lebenssituation ab. Während nicht einmal jeder Dritte Geringverdienende (Haushaltseinkommen unter 1.500 Eur/Monat) unterwegs war, begaben sich 83 Prozent der Besserverdienenden (Haushaltseinkommen über 5.000 Euro/Monat) auf die Reise. Innerhalb der Lebensphasen packten Familien (75 Prozent) und kinderlose Paare (72 Prozent) überdurchschnittlich oft ihre Koffer, während Singles (50 Prozent) deutlich häufiger zuhause blieben. Eine Zielgruppe, die Busunternehmen mit ihren Gruppenreisen also im Marketing gezielter angehen könnten.

Reisen im Schnitt einen Tag kürzer - im Inland aber länger

Zum einen wegen der höheren Kosten, zum anderen aber weil sich der Trend zu Mehrfachreisen durchgesetzt hat, fiel die durchschnittliche Reisedauer Im Vergleich zum Vorjahr um etwa einen Tag geringer aus.. Besonders betroffen waren hiervon jedoch Fernreisedestinationen, die nicht mehr drei Wochen im Schnitt besucht wurden, sondern „nur“ noch zweieinhalb.

Entgegen dieser Entwicklung erhöhte sich die Verweildauer bei inländischen Urlaubsorten, was auf den hohen Anteil von älteren Reisenden zurückgeführt werden kann. Diese blieben etwas länger vor Ort, da sie oftmals über ausreichende finanzielle und zeitliche Ressourcen verfügten.

Je höher das Einkommen, desto mehr wurde verreist.

Was trotz Inflation und weltweiter Krisen positiv für die Reisebranche ist: Die Deutschen fahren häufiger pro Jahr in den Urlaub als früher. Vor zehn Jahren unternahm jeder fünfte Bürger (2013 = 20 Prozent) mehr als eine Urlaubsreise. Im letzten Jahr waren gut doppelt so viele Urlauber mehrfach unterwegs (2023= 41 Prozent). Jeder vierte war dabei zweimal unterwegs, jeder zehnte dreimal und jeder zwölfte noch öfter. Mit dem Einkommen stieg dabei die Reisehäufigkeit. So war der Anteil der mehrfach Reisenden bei Besserverdienenden mehr als dreimal so groß wie bei Geringverdienenden.

Reiseziele: Deutschland vorn, Skandinavien holt auf

Mit einem Marktanteil von 37 Prozent war Deutschland auch 2023 das bevorzugte Hauptreiseziel. Im Vergleich zum Vorjahr verbuchten die Feriengebiete im Inland jedoch ein Minus von 3,5 Prozentpunkte, nur Feriengebiete in Niedersachsen und Baden-Württemberg trotzten diesem Trend. Darüber hinaus präsentierten die Deutschen in der abgelaufenen Reisesaison eine breitere Palette von Interessen und Reisezielen als in den vorangegangenen Jahren. 

Bei den Auslandszielen konnten Spanien und Italien ihre Spitzenplätze ausbauen. Erstmals auf Platz 3 landete Skandinavien. Für Prof. Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, seien Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark besonders wegen ihres Images gefragt gewesen. „Viele Reisende verbinden die nordischen Länder mit Natur, Sicherheit, einem hohen Qualitätsstandard, Atmosphäre und großer Gastfreundschaft.“.  Einbußen verzeichneten u.a. griechische und türkische Feriengebiete, was im Wesentlichen an den gestiegenen Kosten vor Ort lag, aber auch Kroatien und Frankreich. Leichte Zuwächse bei deutschen Gästen erreichte hingegen Österreich  (Platz 5) 

Reiseabsichten 2024

Für die kommenden zwölf Monate zeichnet sich eine große Reiselust in Deutschland ab. Bereits jetzt planen fast zwei Drittel wenigstens eine Urlaubsreise  und lediglich knapp jeder Vierte ist sich jetzt schon sicher 2024 nicht zu verreisen. Diese Zahlen verdeutlichen, wie sehr die Bundesbürger trotz anhaltender Unsicherheiten bereit sind, ihre Träume in die Tat umzusetzen. Bei den Reisezielen wird sich der Trend zu ausländischen Ferienzielen fortsetzen, gleichwohl auch dieses Jahr Deutschland das beliebteste Reiseziel bleiben wird.

Reisen ermöglicht es, aus dem Alltag auszubrechen und neue Energie zu tanken. Es trägt zur persönlichen Entwicklung bei und schafft Erinnerungen", sagt  Professor Reinhardt:.Trotz aller Herausforderungen bleibe das Reisen daher auch 2024 ein zentraler Bestandteil im Leben vieler Bürger, für das sie bereit sind viel Geld auszugeben.

Für die Studie befragte die GfK im Dezember 2023 und Januar 2024 online 3.000 Personen in Deutschland im Alter von 18 bis 74 Jahren.

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