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ÖPNV: Hermann vermisst stimmige Gesamtfinanzierung

Beim ÖPNV stimmt die Gesamtfinanzierung nicht mehr, kritisiert Winfried Hermann
© Foto: Sebastian Berger

Verkehrsminister Winfried Hermann hat die Pläne des Bundes zur Nachfolgeregelung beim 9-Euro-Ticket kritisiert und warnt vor Insolvenzen bei Busunternehmen.


Datum:
08.09.2022
Autor:
dpa/Thomas Burgert
Lesezeit: 
3 min
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Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat die vom Bund geplante Nachfolgeregelung des 9-Euro-Tickets kritisiert. Der Bund erhöhe dringend notwendige Regionalisierungsmittel nicht. Die Gesamtfinanzierung stimme angesichts der dramatisch gestiegenen Kosten nicht mehr, sagte Hermann der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ und betonte: „Ich bin sehr verärgert darüber, dass der Bund dies ignoriert und stattdessen ein günstiges Ticket anbietet.“ Der Bund setze die Länder unter Zugzwang, „weil alle Welt jetzt glaubt, die Nachfolge fürs 9-Euro-Ticket sei schon ausgemacht“. Es sei schwierig, auf solch ein Angebot zu reagieren.

Die Ampel-Koalition hatte am Sonntag ein drittes Entlastungspaket vorgestellt, dessen Umfang die Regierung auf etwa 65 Milliarden Euro beziffert. Unter anderem strebt die Koalition einen bundesweiten Nachfolger für das 9-Euro-Ticket zum Preis von 49 bis 69 Euro im Monat an. Der Bund will 1,5 Milliarden Euro dafür zuschießen, wenn die Länder mindestens ebenso viel zahlen.

Pläne des Bundes sind wenig durchdacht

„Was der Bund uns da vorgelegt hat, das ist wenig durchdacht“, sagte Hermann. In großen Verkehrsverbünden würden die Fahrscheine wahrscheinlich stark nachgefragt, aber auch zu Einnahmeausfällen führen. Im ländlichen Raum würden sie wegen des knapperen ÖPNV-Angebots hingegen kaum nachgefragt. Hermann warf zudem die Frage auf, wie man jetzt ein günstiges ÖPNV-Angebot machen könne, „wenn bald einigen Bus- oder Bahnunternehmen aufgrund der hohen Energiekosten die Insolvenz droht“.

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