Die Notlage in der Bus- und Gruppentouristik verschärft sich täglich. Die Liquiditätslage der Betriebe ist trotz der Hilfsmaßnahmen des Bundes und der Länder unverändert angespannt. Es kommt vermehrt zu Insolvenzen und Betriebsschließungen. Besonders belastend sind die Forderungen nach Reisepreisrückzahlungen, die seit Beginn der öffentlichen Gutscheindiskussion zugenommen haben, schreibt der RDA in einer Pressemitteilung. Erschwerend komme außerdem hinzu, dass touristische Vertragspartner Rückzahlungen teilweise mit Verweis auf nationale Regelungen unbefristet aussetzen. Eine Entlastung der Personalkosten durch Beantragung von Kurzarbeitergeld ist nur für die Teile der Belegschaft möglich, die nicht mit der arbeitsaufwändigen Rückabwicklung stornierter Busreisen belastet sind. Insbesondere die Mittelabflüsse durch laufende Gewerbemieten, Grundstückspachten und die Finanzierungskosten für den außer Betrieb gestellten Fuhrpark bringen die Unternehmen an den Rand der betrieblichen Existenz.
Der RDA fordert deshalb von der Bundesregierung und der EU-Kommission insbesondere die Bereitstellung fahrzeugbasierter Beihilfen, die auf Grundlage der Anschaffungskosten und gestaffelt nach den Abgasnormen die Existenz der Betriebe durch monatliche Zuwendungen bis zum Wiederanlauf der Bustouristik sichern. „Nach der Coronakrise geht es um den Wiederaufbau des Tourismus in Deutschland und Europa. Der Reisebus ist hierfür systemrelevant und unverzichtbar. Damit der Wiederaufbau ohne Verzögerung gelingen kann, braucht Deutschland wirtschaftlich gesunde und leistungsfähige Busreiseveranstalter mit modernen und klimaschützenden Reisebussen. Der RDA fordert für die überwiegend familiengeführten Betriebe ein fahrzeugbasiertes Beihilfeprogramm, um die bestehenden Strukturen für den Wiederaufbau erhalten zu können“, erklärte RDA-Präsident Benedikt Esser.