FUR Reiseanalyse: „Stabilität auf hohem Niveau“

19.01.2026 09:49 Uhr | Lesezeit: 2 min
Urlaubsreise_Frau im Infinity-Pool
Die Deutschen lassen sich die Lust am Urlaub nicht vermiesen. Gespart wird woanders, aber nicht am Reisen
© Foto: Johnce/iStock/Getty Images

Die Tourismusbranche zeigt sich aktuell der Wirtschaftsflaute und der weltweiten Krise noch resilient. Für das abgelaufene Jahr vermeldete die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) auf der Eröffnungspressekonferenz der CMT 2026 in Stuttgart Rekordzahlen, die über denen des bisherigen Rekordjahres 2019 liegen. Und auch für das Tourismusjahr 2026 sieht die FUR „gute Vorzeichen”. Ein Trend erstaunt besonders.

Besonders die Deutschen „lassen sich ihren Urlaub nicht nehmen, Krisen hin, Krisen her”, und seien „wieder munter verreist”, sagte Prof. Dr. Martin Lohmann, Wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) auf der Eröffnungspressekonferenz der CMT 2026 in Stuttgart (noch bis 25. Januar) . Auch hier sehe man langfristig „eine sehr stabile Nachfrage von durchschnittlich knapp 70 Millionen Urlaubsreisen” (69 Millionen im vergangenen Jahr). Beim Umsatz verzeichneten Reiseveranstaltende, Reisebüros sowie Anbieter von Flug- und Kreuzfahrtreisen ein- bis zweistellige Umsatzzuwächse bei etwa gleichbleibenden Gästezahlen. Zwar suchten viele Deutsche nach preisgünstigen Angeboten, doch sei eine zunehmende Wertschätzung von Urlaubsreisen auffallend. Viele wollten es im Urlaub „so richtig luxuriös haben” und seien bereit, dafür auch Geld auszugeben. Eine Entwicklung, die angesichts der schwachen Wirtschaftslage, Kostensteigerungen in vielen Lebensbereichen und steigenden Arbeitslosgenzahlen erstaunt.

Für das abgelaufenen Reisejahr 2025 melde der internationale Tourismus „ganz hervorragende Zahlen”, berichtete Lohmann weiter . Mit 1,536 Millionen Ankünften internationaler Gäste sei nicht nur ein weiteres Wachstum im Vergleich zum Vorjahr festzustellen – man liege inzwischen sogar über den Ergebnissen des Rekordjahres 2019. Positive „Wasserstandsmeldungen” zum Saisonauftakt gebe es auch für den Inlandstourismus: So könne, wie bereits 2024 und 2019, erneut mit fast 500 Millionen Übernachtungen gerechnet und somit „ein hohes Niveau gehalten werden. Stabilität ist das zentrale Wort.”

Indikatoren für das Reisejahr

Das Thema Reisen stehe bei den Deutschen „ganz oben auf der Prioritätenliste”, stimmte der Geschäftsführer der Messe Stuttgart, Roland Bleinroth, zu. Die CMT und ihre vier Tochtermessen seien „ein Indikator, wie sich das Reisejahr entwickeln wird”. Gerade sei man „am dritten Rezessionsjahr vorbeigeschrammt, die Nachrichten geben Anlass zur Sorge”, dennoch sei die CMT 2026 „wieder eine CMT der Rekorde”. Auf dem „restlos ausverkauften Gelände” präsentierten sich 1.660 Aussteller auf der weltgrößten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit.

Ausblicke 2026

Für das Tourismusjahr 2026 sehe er „gute Vorzeichen”, fasste Lohmann zusammen. „Grundsätzlich sind Zeit, Lust und Geld vorhanden, und 67 Prozent der von uns Befragten planen für 2026 bereits eine oder mehrere Reisen.” Die Kunden seien multi-optional, flexibel und suchten Abwechslung. Trotz des rasanten Wandels in der Informationstechnologie hätten Reiseveranstalter oder Reisebüros keineswegs vollständig an Bedeutung verloren. Ganz im Gegenteil: Angesichts der Flut von Möglichkeiten und Angeboten im Internet „wollen es die Gäste zunehmend einfach”.

Künstliche Intelligenz werde bei der Reiseplanung möglicherweise eine gewisse Rolle spielen, doch die Inspirationen zu einer Reise stammten nach wie vor aus den Medien oder persönlichen Kontakten, ist der Reiseforscher überzeugt.

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