Die aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten würden besonders jene Busunternehmen im Land unter massiven wirtschaftlichen Druck setzen, die ihre Verkehre eigenwirtschaftlich betreiben, schlägt der WBO Alarm. Seit der Eskalation des Nahost-Konflikts „sind die Dieselpreise in nur wenigen Tagen auf ein Rekordniveau gestiegen – deutlich über den Spitzenwerten der Energiepreiskrise im Jahr 2022“, so der Verband. „Was vor vier Jahren als historische Ausnahmesituation galt, wiederholt sich nun in noch schärferer Form“, erklärte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg.
Busbetriebe brauchen rasch Unterstützung
„Der Nahost-Konflikt dauert an – mit gravierenden Folgen für die Busunternehmen. Diese können die explosionsartig gestiegenen Kosten in dieser Größenordnung nicht aus eigener Kraft abfangen. Wir stehen vor einer ernsthaften Gefährdung der öffentlichen Mobilität im Land“, sagte Yvonne Hüneburg. Die Unternehmen würden sich angesichts der massiven Kostensteigerung nicht mehr in der Lage sehen, „den Betrieb ohne kurzfristige Unterstützung aufrechtzuerhalten“. Der WBO weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass sich unter anderem auch die privaten Busunternehmen im VVS jüngst mit einer Stellungnahme an die örtlichen Aufgabenträger im VVS-Gebiet gewandt haben: „In ihrem Schreiben bezeichnen sie die Lage als akut existenzbedrohend“, so der WBO.
"Aufgabenträger müssen diese Verkehre in der nun bestehenden Krise finanziell stützen, es braucht eine kurzfristige, unbürokratische Energiepreishilfe."
WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg
Eigenwirtschaftliche Verkehre besonders betroffen
Vor einer existenzbedrohenden Lage stehen derzeit laut WBO auch zahlreiche eigenwirtschaftlich tätigen Busunternehmen in Baden-Württemberg. Diese erbringen laut Verband „den kostengünstigsten Verkehr im Land – ohne die Möglichkeit einer kurzfristigen Preisanpassung oder einer indexierten Kostenfortschreibung zu haben“, so dass diese Unternehmen das volle wirtschaftliche Risiko ihrer Leistungen tragen. Sprunghafte Preissteigerungen bei einem zentralen Betriebsmittel wie Diesel führen jedoch zu gravierenden Liquiditätsengpässen und mangelnder finanzieller Auskömmlichkeit dieser Verkehre. Das wiederum gefährde das bestehende Verkehrsangebot – insbesondere im ländlichen Raum, mahnt der WBO.
WBO fordert unbürokratische Energiepreishilfe
„Aufgabenträger müssen diese Verkehre in der nun bestehenden Krise finanziell stützen, es braucht eine kurzfristige, unbürokratische Energiepreishilfe – analog zur Abfederung von 2022, aber angepasst an die aktuelle Dynamik“, fordert daher WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg. Sie appelliert daher: „Jede Verzögerung verschärft die Lage und kann zu irreversiblen Ausfällen führen.“ Auch Vergabeverkehre könnten im Rahmen dieser Kostenexplosion unter Druck geraten, weshalb Yvonne Hüneburg ergänzend anmerkte: „Immer dann, wenn vor Ort von der gängigen Praxis des Baden-Württemberg-Index ÖPNV Straße abgewichen wurde, oder keine ergänzenden Abschlagszahlungen vereinbart sind, können die Busunternehmen finanziell kurzfristig in Nöte geraten. Hier besteht Prüfungs- und gegebenenfalls Anpassungsbedarf.“