Man werde als Verband weiter konsequent auf Qualität in der Bustouristik setzen, sagte Hermann Meyering, Vorsitzender der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk), zum Auftakt der 51. Mitgliederversammlung des Verbandes am Dienstag, 20. Januar, in Stuttgart. Die Versammlung stand unter dem Motto „Den Tourismus der Zukunft gestalten“, Meyering nannte es dabei als Ziel, „neue Ideen auf dem Boden einer solide gewachsenen Struktur zu entwickeln“.
Digitaler Prüfbericht angekündigt
Die gbk-Sterne basieren auf transparenten und ehrlichen Standards und werden deshalb auch künftig am touristischen Himmel leuchten, zeigte sich Meyering überzeugt. Bereits im Laufe dieses Jahres soll die Klassifizierung durch einen digitalen Prüfbericht weiter vereinfacht werden. Unabhängig von Kontroll- und Sanktionsmechanismen sind es aus Meyerings Sicht vor allem die verantwortungsbewussten Mitglieder, die den guten Ruf des Verbands tragen. Entsprechend gelte in der gbk der Grundsatz: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“
Höherwertige Busse gewinnen an Bedeutung
Laut gbk-Geschäftsführer Martin Becker wurden im vergangenen Jahr rund 750 Reisebusse klassifiziert. Knapp die Hälfte erhielt vier Sterne, ein gutes Drittel erfüllte den Fünf-Sterne-Standard. Rund zehn Prozent der Busse wurden mit der Auszeichnung „Fünf-Sterne-Superior“ bewertet. Die Vier- und Fünf-Sterne-Busse stellen laut Martin Becker über 90 Prozent der Fahrzeuge, zudem stelle man Zuwächse bei den Superior-Varianten fest. „Höherwertige Busse gewinnen an Bedeutung, während die klassische Vier-Sterne-Kategorie Marktanteile abgegeben hat“, so das Fazit von Martin Becker. Anhand konkreter Beispiele zeigte Becker, wie Busunternehmen die Sterne gezielt und regelkonform im Marketing einsetzen.
Im Jubiläumsjahr hat die gbk Impulse gesetzt
In seiner Rede blickte Hermann Meyering auch auf das Jubiläumsjahr 2025 zurück, in dem man als Verband positive Impulse gesetzt habe. Ein Höhepunkt war die Jubiläumsfeier in Schaffhausen im November. „Das Fest hat uns sehr gut getan als Verband“, sagte Meyering. „Diese Jubiläumsfeier hat positive Impulse gesetzt und uns Mut für die Zukunft gemacht.“ Gleichzeitig habe man im Jubiläumsjahr auch Missstände klar benannt, die der Branche zu schaffen machen, etwa eine überbordende Bürokratie, unter der die Betriebe leiden.
gbk unterstützt „Bus Power Monitor“ des RDA
Meyering begrüßte, dass die EU ihre ursprünglich sehr strikten Vorgaben zum Verbrenner-Aus zugunsten einer technologieoffenen Antriebswende angepasst hat. Damit der flächendeckende Einsatz von elektrischen Reisebussen langfristig realisiert werden kann, unterstützt die gbk den vom RDA initiierten „Bus Power Monitor“, mit dem der europaweite Bedarf an Ladeinfrastruktur ermittelt wird. „Zur Stabilität unseres Verbands gehört es, weiterhin eng mit der deutschen Industrie zusammenzuarbeiten“, machte Meyering mit Blick auf chinesische Bushersteller deutlich. Meyering verwies in diesem Zusammenhang auf die starke Präsenz chinesischer Hersteller auf der Busworld. Noch würden Servicenetz und Erfahrung mit den Fahrzeugen fehlen, sagte Meyering, doch sei deutlich zu sehen, wie chinesische Produkte auf den europäischen Markt drängen.
Neue Busreiseziele ausprobieren
Meyering ging auch auf aktuelle Veränderungen in der Touristik ein. Die Reisewelt sei kleiner geworden, was an weltweiten Krisen liege, die Reisen in zahlreiche beliebte Gebiete erschweren oder unmöglich machen. Ins Zentrum des Interesses deutscher Touristen seien daher verstärkt Ziele in Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland gerückt, was eine Chance für die Bustouristik bedeute, denn „der Bus kann Ziele ansteuern, die nicht überlaufen sind“, sagte Meyering, der hinzufügte: „Es lohnt sich, neue Ziele auszuprobieren“.