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Elektromobilität: Elektrisch von München nach Limerick

Auf der Tour musste der MAN Lions's City E bei keiner Tagestour zwischengeladen werden
© Foto: MAN Truck & Bus

Auf einer rund 2500 Kilometer langen Tour durch Europa zeigte sich der MAN Lion’s City 12 E zuverlässig. Die Tour zeigte auch, woran es beim Thema Elektromobilität noch hakt.


Datum:
12.05.2022
Autor:
Thomas Burgert
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In zehn Tagen durch acht Länder – das war die Tour, die ein MAN Lion’s City 12 E auf seiner Fahrt von München ins irische Limerick zurückgelegt hat. Rund 2500 Kilometer lang war die Strecke, auf der der Bus auf seiner „Electrifying Europe Tour“ die Leistungsfähigkeit vollelektrischer Stadtbusse unter Beweis stellen sollte.

„Mit der Tour zeigt unser Elektrobus eindrucksvoll, dass man schon heute emissionsfrei, zuverlässig und alltagstauglich in ganz Europa unterwegs sein kann. Dazu besuchte unser Team urbane Metropolen, unternahm viele Überlandfahrten mit verschiedensten topografischen Bedingungen und überquerte sogar einen Alpenpass“, sagte Rudi Kuchta, Head Business Unit Bus bei MAN Truck & Bus, und ergänzt: „Unser Lion’s City E war auf den rund 2500 Kilometern stets zuverlässig und effizient unterwegs. Bei der für den Stadtbus untypischen Fernreise boten sich aber auch einige Herausforderungen, speziell beim Thema Ladeinfrastruktur.“

Aufbau einer Ladeinfrastruktur bleibt wichtige Aufgabe

Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur bleibe ein essentieller Faktor für die Transformation der Transportindustrie, lautete ein Fazit der Tour, auf welcher Lion’s City E eine Gesamtdistanz von 2448,8 Kilometern zurücklegte. Dabei verbrauchte der Bus nach Herstellerangabe eine Energie von insgesamt 1763,7 kWh – das sind rund 0,72 kWh pro Kilometer. Die Energie für die Fahrt stellten sechs Lithium-Ionen-Batterie-Packs (Kapazität 480 kWh) auf dem Dach des E-Busses. Nachgeladen wurde nach jeder Tagesetappe, ein Zwischenladen sei nicht notwendig gewesen. Für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur sei die „Unterstützung der Politik unerlässlich“, so MAN. Einen Beitrag dazu werde auch die Traton-Group leisten, der Mutter-Konzern von MAN Truck & Bus, das im Rahmen eines Joint Ventures in Europa ein Hochleistungsladenetz mit aufbauen will.

Die Fahrt begann am 28. April in München und führt auf der ersten Etappe durch das Alpenvorland nach Innsbruck. Es ging vorbei an Kochel- und Walchensee (800 Meter hoch gelegen), am von Berggipfeln umrahmten Mittenwald, durchs bezaubernde Inntal und malerische Tiroler Dörfchen bis in die Tiroler Landeshauptstadt. Ziel der zweiten Etappe über 208 Kilometer war der Schweizer Wintersportort St. Moritz, von wo aus es dann am dritten Tag weiter nach Zürich ging. Auf diesem Abschnitt war der Julierpass mit seinem Scheitelpunkt 2284 Meter über dem Meeresspiegel. Auch die anspruchsvolle Passstraße mit einer Höhendifferenz von 1.433 Metern, Serpentinen, Haarnadelkurven und rasanten Anstiegen meisterte der MAN Lion’s City E bei minus 1 Grad Celsius und böigem Wind souverän. Am Ende der Etappe waren nach 274,6 Kilometern noch 56,4 Prozent Batteriekapazität übrig.

Besuche in Straßburg und Brüssel

Auf dem Tagesplan der vierten Etappe von Zürich nach Straßburg stand unter anderem ein Besuch des Europäischen Parlaments. Von Straßburg nach Luxemburg ging es an Tag fünf. Serpentinenfahren durch die Vogesen, ein kultureller Abstecher ins schöne Metz und vorbei am gigantischen Solarpark Rosières nahe der französischen Stadt Rosières-en-Haye – das waren die Highlights während der Fahrt. Bis dahin hatte der MAN Lion’s City 12 E bereits 1264,7 Kilometer hinter sich und bei einem Durchschnittstempo von 35,1 km/h genau 949,6 Kilowattstunden verbraucht.

Der sechste Tag der „Electrifying Europe Tour" führte nach Brüssel und lieferte einen Blick in die Zukunft. Denn in Belgiens Metropole findet im Herbst 2023 nach zweijähriger Coronapause wieder die „Busworld" statt, die wichtigste Busmesse der Welt. 2019 feierte der MAN Lion’s City E seine Messepremiere in Brüssel. Kommendes Jahr wird Elektromobilität erneut ein Schwerpunkt sein. An Tag sieben ging es über mehr als 400 Kilometer ins französische Rouen. Nach 417,9 Kilometern waren noch 24 Prozent Batteriekapazität übrig.

Auf dem Frachter nach Irland

Statt wie geplant auf einer Autofähre, die kurzfristig ausfiel, schipperte der zweiachsige und 12 Meter lange Elektrobus von MAN am achten Tag dann auf einer Frachtfähre von Cherbourg ins irische Rosslare. Der Rest des Teams nahm einen rund 500 Kilometer langen Umweg über die Bretagne und eine Ersatzfähre nach Cork, um am Folgetag den E-Bus wieder in Empfang zu nehmen. Nach dem großen Wiedersehen von Team und Bus samt Fahrer am Fährhafen Rosslare ging es auf der neuen Etappe auf einem kurzen Teilstück mit einigen Foto- und Filmstopps nach Wexford. Und dann weiter nach Limerick.

Das Fazit nach der Tour lautete bei MAN: Die Fahrzeugtechnik funktioniert zuverlässig. Trotz vieler topografischer Herausforderungen, oder auch längere Strecken Vollgas bei abgeriegelten 84 km/h auf der Autobahn und einer offiziellen angegebenen Reichweite von 350 Kilometern musste bei keiner Tagestour zwischengeladen werden.

Tagesberichte und Interviews sowie zahlreiche Bildergalerien und Videos zur „Electrifying Europe Tour“ finden Sie hier.

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