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Bustouristik: Fahrpersonalmangel als riesiger Schatten

Reisebusfahrer am Steuer eines Reisebusses, der seine Fahrt vorbereitet
Alle Busunternehmen würden den Personalmangel spüren, so der NWO
© Foto: welcomia/Getty Images Plus/iStock

Laut einer NWO-Umfrage bewerten zwar viele private Busunternehmen das laufende Geschäft positiv, große Sorgen bereiten jedoch der Personalmangel und Bürokratie.


Datum:
29.11.2023
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
4 min
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Die Situation bei den mittelständischen Busunternehmen in Nordrhein-Westfalen beliebe „schwierig“, lautet das Fazit des Verbands Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO) zu einer Umfrage, die man unter den Mitgliedsunternehmen durchgeführt hatte. Rund 15 Prozent der Mitglieder hatten laut NWO an der Anfang November gestarteten Online-Befragung teilgenommen. Dies sei „eine erfreulich hohe Zahl, die ein Indiz dafür ist, dass diese Umfrage genau den Nerv der Unternehmen trifft“, so der NWO.

Viele Busunternehmen würden das laufende Geschäft positiv bewerten und auch mit dem Blick auf das kommende Jahr sehe „es scheinbar nicht schlecht aus“, so der NWO zu den Umfrageergebnissen, der Verband erklärte aber auch: „Dennoch schwebt eine große Sorge über allem: der Fahrpersonalmangel. Er ist und bleibt die Top-Herausforderung für das Busgewerbe“.
„Alle spüren den Personalmangel, den Kostendruck und stehen vor der Frage, wie das eigene Unternehmen auch in Zukunft wirtschaftlich fortgeführt werden kann“, erklärte Andriana Sakareli, beim NWO zuständig für den Bereich Touristik.

Als größte Baustelle benennen die Busunternehmen die Personalsituation (90,6 Prozent). Auch die Bürokratie (73,4 Prozent) und die Kostenentwicklung (67,2 Prozent) trüben die Stimmung ordentlich. Sakareli: „Unsere Umfrage zeigt ein vielschichtiges Bild mit Sonnenseiten und dem Fahrpersonalmangel als riesigen Schatten.“

Busunternehmen mussten Angebote reduzieren

Gefragt wurden die Unternehmen nach Angebotskürzungen und -erweiterungen sowie nach den Gründen für Angebotskürzungen im Geschäftsfeld Bustouristik, Anmietverkehr und Tagesfahrten. In allen drei Bereichen haben die NWO-Mitglieder ihr Angebot reduzieren müssen, zwischen mindestens zehn und 50 Prozent.
In der Bustouristik liegt der Anteil bei 71,1, im Anmietverkehr bei 57,8 und bei Tagesfahrten bei 43,9 Prozent. Der Hauptgrund für Angebotskürzungen in den drei Segmenten ist das fehlende Fahrpersonal. Das gaben für den Anmietverkehr 92,1, für die Bustouristik 71,4 und für die Tagesfahrten 57,1 Prozent an.

Aber auch Bürokratie und Bestimmungen im EU-Ausland machen den Unternehmen zu schaffen und hatten Reduktionen zur Folge. Für die Bustouristik sahen 64,3 Prozent in den europäischen Bestimmungen (Maut, Umweltzonen etc.) und 46,4 Prozent in der Bürokratie jeweils den Grund für Angebotskürzungen. Im Bereich Tagesfahrten haben die Mittelständler aufgrund des geringen Gewinns (52,4 Prozent) ihr Angebot verschlankt.

Zum Ausbau von Angeboten in den drei Geschäftsfeldern ist es laut der Umfrage zwar auch gekommen. Dennoch bewegt sich dieser auf niedrigem Niveau, bei Tagesfahrten sind das 23,7, in der Bustouristik 23,5 Prozent. Einen kleinen Ausreißer stellt der Anmietverkehr mit 39,1 Prozent dar. „Hier hat die Verknappung von Fahrpersonal und Fahrzeugen etwas mehr zu Buche geschlagen“, erläuterte Sakareli. Wer Personal und Fahrzeuge habe, könne in diesem Segment „wachsen und derzeit hohe Preise im Markt erzielen“, so der NWO.

Buchungszahlen stimmen optimistisch für 2024

Das vergangene Geschäftsjahr bewerteten die NWO-Mitgliedsunternehmen positiv: 43,8 Prozent gaben an, das Niveau vor Corona erreicht zu haben, 18,8 Prozent lagen sogar deutlich über dem Niveau vor Corona. Für das kommende Geschäftsjahr ist die Unternehmerschaft ebenfalls zuversichtlich: 45,3 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Nachfrage, und 32,8 Prozent stimmen die derzeitigen Buchungszahlen optimistisch für 2024.

Dass sich nicht alle Tätigkeitsfelder ähnlich gut entwickeln und dass Unternehmen daraus Konsequenzen ziehen, spiegeln diese Umfrageergebnisse wider: 66,7 Prozent der Befragten planen in den nächsten zwei Jahren, ihr Tagesfahrten-Geschäft aufzugeben, bei der Bustouristik sind es 53,3 und im Anmietverkehr 40 Prozent. Ein anderer Teil der Befragten plant dagegen Angebotserweiterungen im Bereich Anmietverkehr (73,3 Prozent).

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