Touristik: DRV sieht ein verändertes Buchungsverhalten

09.07.2026 11:59 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Laut DRV werden verstärkt Pauschalreisen und All-Inklusive-Reisen gebucht
© Foto: gbk – Gütegemeinschaft Buskomfort e.V.

Der Deutsche Reiseverband erwartet für diese Sommersaison ein leichtes Umsatzplatz, dieses fällt aber geringer aus als noch zu Jahresbeginn erwartet. Positiv entwickelt sich das Kreuzfahrtsegment.

In einer ersten Zwischenbilanz der diesjährigen Sommerreisesaison hat der Deutsche Reiseverband (DRV) ein leichtes Umsatzwachstum für den touristischen Gesamtreisemarkt prognostiziert. Für die Sommersaison 2026 – Anfang Mai bis Ende Oktober – erwartet der DRV nun ein Umsatzplus von einem Prozent auf rund 57 Milliarden Euro. Auch für das gesamte Touristikjahr 2025/26 – Anfang November 2025 bis Ende Oktober 2026 – rechnet der Branchenverband mit einem Umsatzwachstum. Für Reisen und Urlaub mit mindestens einer Übernachtung werden die Bundesbürger rund ein Prozent mehr und damit fast 85 Milliarden Euro ausgeben.

DRV korrigiert seine Prognose nach unten

Die Wachstumsprognose fällt damit um rund zwei Drittel schlechter aus als noch vor rund sechs Monaten. Der DRV veröffentlicht zweimal im Jahr – zu Jahresbeginn und im Sommer – eine Prognose, für die sowohl Pauschal- und Bausteinreisen von Reiseveranstaltern als auch individuell zusammengestellte Urlaubsreisen einbezogen werden. Im Januar rechnete der DRV mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent, sowohl für den Sommer als auch das gesamte Touristikjahr. Als Ursache für die schwächere Buchungslage führt der DRV geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten sowie steigende Preise.


"Die Menschen möchten weiterhin reisen. Gleichzeitig beobachten wir ein verändertes Buchungsverhalten. "

DRV-Präsident Albin Loidl


Zurückhaltung bei Neubuchungen

Große Teile der Sommernachfrage sind laut DRV bereits sehr frühzeitig Ende des vergangenen Jahres gebucht worden – teils sogar stärker als im Vorjahr. Nach Ausbruch der Nahostkrise habe sich für Neubuchungen „eine gewisse Buchungszurückhaltung“ gezeigt, so der DRV. Seit Ende Mai steigen die Buchungen wieder spürbar an, seitdem liegen die Buchungseingänge kontinuierlich über den entsprechenden Vorjahreswochen. Aktuell würden Reisen sehr kurzfristig gebucht, „das Last Minute-Geschäft hat an Fahrt aufgenommen“, so der Branchenverband.

Reisekunden entscheiden sich kurzfristiger

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Menschen möchten weiterhin reisen. Gleichzeitig beobachten wir ein verändertes Buchungsverhalten. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich derzeit kurzfristiger und wägen ihre Reiseentscheidung aufgrund der geopolitischen Entwicklungen sorgfältiger ab. Das führt zu einer zeitlichen Verschiebung der Buchungen – nicht aber zu einem grundsätzlichen Rückgang“, erklärte DRV-Präsident Albin Loidl. Verbraucher vergleichen stärker und achten genauer auf Preis und Leistung.


"Bei den Kreuzfahrten rechnen wir für dieses Jahr mit einem weiterwachsenden Markt – die Entwicklung aus dem Vorjahr setzt sich damit fort."

DRV-Präsident Albin Loidl


Pauschalreisen werden verstärkt gebucht

Gleichzeitig werden laut DRV verstärkt Pauschalreisen und All-Inklusive-Reisen gebucht. Loidl: „Gerade jetzt zeigt sich auch der Mehrwert professioneller Beratung. Reisebüros helfen Kunden dabei, in einem unsicheren Umfeld die passende Entscheidung zu treffen und stehen vor, während und nach der Reise beratend zur Seite.“ Besonders positiv entwickeln sich nach der aktuellen Prognose in diesem Sommer Reisen in die westliche und östliche Mittelstrecke sowie Kreuzfahrten. „Bei den Kreuzfahrten rechnen wir für dieses Jahr mit einem weiterwachsenden Markt – die Entwicklung aus dem Vorjahr setzt sich damit fort“, sagte Loidl. Anders als im vergangenen Jahr gehen die Marktforscher zudem in diesem Sommer von einer stärkeren Zunahme der Auto-, Bus- und Bahnreisen innerhalb Deutschlands und in die Nachbarländer aus.

Schwächere Entwicklung bei Fernreisen

Deutlich schwieriger bleibe dagegen die Entwicklung der Fernreisen, die sowohl im Sommer als auch im gesamten Touristikjahr hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben und im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge aufweisen. Hier mache sich insbesondere die Reisewarnung im März und April für viele arabische Länder bemerkbar. Dadurch konnten wochenlang die für Fernreisen in Richtung Asien wichtigen Umsteigeflughäfen nicht genutzt werden. „Unsere Erfahrung zeigt: Sobald sich das Umfeld stabilisiert, kehrt auch die Nachfrage schnell zurück. Deshalb blicken wir trotz der aktuellen Herausforderungen insgesamt zuversichtlich auf die weitere Entwicklung des Reisemarktes“, sagte Loidl abschließend.

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